Nationalparks in Costa Rica

In Costa Rica nehmen Schutzgebiete, die sogenannten Area de Conservación, über 25,6 % der gesamten Landesfläche ein. Etwa die Hälfte dieser Fläche, also ca. 11 % setzen sich aus mehreren Nationalparks zusammen. Der Rest gliedert sich in Natur- und Biologische Reservate und Nationale Monumente und Naturschutzgebiete.


Den Nationalparks kommt dabei eine ganz besondere Rolle zuteil. Zum einen sollen natürlich die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten geschützt und erhalten werden. Zum anderen sollen die Flächen der Nationalparks in Costa Rica der wissenschaftlichen Arbeit und dem Tourismus zugänglich gemacht werden. Die Liste der Nationalparks wird insbesondere seit den 1970er Jahren stetig länger.

 Einen kleinen Überblick findet ihr hier:

Costa Rica Nationalparks

StepMap

 


 Nationalpark Poás – Parque Nacional Volcán Poás

Der eindrucksvolle Vulkan Poás befindet sich einem der am besten erschlossenen Nationalparks von Costa Rica. Er ragt über die nordwestliche Meseta Central und bietet vom Gipfel einen atemberaubenden Blick  zum Karibischen Meer auf der einen und zum Pazifik auf der anderen Seite – gute Sicht ist dabei Voraussetzung. Das Besucherzentrum bietet viele interessante Informationen rund um Vulkane und ihre Aktivitäten. Zudem finden regelmäßig gut organisierte Besuchertouren statt.

Der Nationalpark umfasst ein Areal von 5600 Hektar und beinhaltet den 2704 Meter hohen Vulkan Poás. Es ist möglich, mit dem Auto bis zum Gipfel hinauf zu fahren. Nach weiteren 300 Metern zu Fuß erreichst du bereits den dampfenden Krater. Aufgrund der teilweise sehr hohen Schwefelbelastung der Luft kann der Park für Besucher geschlossen werden. Warme Kleidung ist angebracht, auf dem Vulkan kann es empfindlich kühl werden. 

Die Faszination des Vulkans ist vor allem durch seine hohe Aktivität ungebrochen. Aus dem riesigen Krater steigen ständig Rauch- und Dampfschwaden empor, schwefeliges Wasser blubbert gut sichtbar für seine Zuschauer. Die letzte stärkere Eruption fand erst in den 1990er Jahren statt. Gelegentliche Feuerausbrüche lassen vor allem die am Hang liegenden Dörfer immer wieder den Atem anhalten. In den Jahren 1989 und 1994 mussten die Dörfer komplett evakuiert werden. Neben dem dampfenden Krater umfasst der Poás auch zwei bereits erloschene Vulkankrater. Diese sind mit einem dichten Grün bewachsen und bieten Heimat für zahllose seltene Tierarten. Neben den farbenfrohen Kolibris lassen sich vor allem auch sehr gerne die Poás-Hörnchen bestaunen.


 Nationalpark Rincón de la Vieja – Das Eck der alten Frau

Auch der Nationalpark Rincón de la Vieja wird von einem Vulkan gekrönt und bietet eine ganze Reihe an besonderen Attraktionen. Die Verwaltung des Parks Casona Santa María stellt seinen Besuchern einen interessanten Ausstellungsraum zur Verfügung. Einige Viehzüchter an den westlichen Hängen bieten Besuchern und Touristen neben einer authentischen Unterkunft auch spannende Ausritte durch den Park.

Der Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von über 14 000 Hektar und liegt etwa 26 km östlich von Liberia. Das Gebiet erreicht mitunter Höhen von bis zu 1525 Metern und bietet so zahlreichen Vegetationszonen die Möglichkeit der Entfaltung.   

Der namensgebende Vulkan Rincón de la Vieja könnte übersetzt werden mit “Eck der alten Frau” und ist stolze 1806 Meter hoch. Sein Nachbargipfel erreicht sogar eine Höhe von 1916 Metern. Zusammen beherbergen beide Gipfel insgesamt neun Krater. Vor allem der Von-Seebach-Krater zeigt sich durch fotwährender Dampfentwicklung in permanenter Aktivität.


Nationalpark Manuel Antonio – paradiesische Zustände

Zartweiße Sandstrände, farbenprächtige Korallenriffe und erfrischende Regenwälder lassen diese kleinen Nationalpark wie das wahr gewordene Paradies erscheinen. Zahlreiche seltene Tierarten haben dies schon längst erkannt und gedeihen hier prächtig. Neben Seesternen und Krebsen haben es sich vor allem die Schildkröten gemütlich gemacht. Die verborgenen Ufer eignen sich hervorragend für die Eiablage. In den Wipfel der Regenwälder lassen sich vor allem Faultiere gerne beobachten. Auch viele Affen- und Vogelarten fühlen sich in den hohen Baumwipfeln wohl und können auf den Streifzügen nur zu gut bewundert werden.

Dieser gerade mal 682 Hektar umfassende Nationalpark befindet sich auf einer Halbinsel und wird an drei Seiten vom Pazifik umschlossen. Besonders zu empfehlen sind die wunderschönen Strände des Parks. Der Eingang ist etwa 6 km südlich von Quepos entfernt. Interessierte und Naturfreunde sollten auch einen Blick in das angeschlossene Naturkundemuseum werfen.  

Vor allem der Sandstrand im Osten Playa Manuel Antonio ist zu empfehlen. Optisch erinnert sein Bogen an ein Kummschwert und lädt auch den letzten Workaholic zum Verschnaufen ein. Ganz in der Nähe befindet sich zudem ein wunderschönes Korallenriff. Schnorchler kommen hier vo allem während der Trockenzeit ganz sicher auf ihre Kosten.

ACHTUNG: Die Strände des Parks werden umsäumt von giftigen Mansanilla-Bäumen. Alle Teile des Baumes sind giftig. Selbst kleinste Berührungen der Rinde können Hautreizungen verursachen. Das Harz der Bäume ist ätzend, ebenso sind Früchte und Blätter giftig. Du solltest auch darauf verzichten, Äste oder Blätter für ein Lagerfeuer zu verwenden, da selbst der Rauch Giftstoffe enthält.  

Nationalpark Cahuita – ganz klein, aber sehr fein

Wenn du den Park erreichst, befindest du dich in einem mit Regenwald bedeckten Vorgebirge – Punta Cahuita genannt. Zu deren Füßen liegen traumhafte Buchten mit märchenhaft schönen Sandstränden. Um in den Park zu gelangen, musste schon so mancher Besucher den Fluss Río Perozoso durchwaten. Doch ganz gleich, wie beschwerlich der Weg auch sein mag (ist er in der Regel nicht), es lohnt sich auf jeden Fall.

Nur einen einzigen Hektar beansprucht dieser sehr zu empfehlende Nationalpark für sich und liegt südlich des Ortes Cahuita. Der Park dient eigentlich dem Schutz der Korallenriffe, ist heute jedoch auch zum Geheimtipp unter Surfern geworden. 

Obwohl der Nationalpark so klein ist, lassen sich dort zahlreiche seltene Tierarten direkt vom Strand aus beobachten. Nasenbären, Leguane und Waschbären streifen neben Mantelbrüllaffen und Weißschulterkapuzinern durch die dichtbewachsenen Wälder. Leidlich wäre es, sämtliche Vogelarten aufzuzählen und auch Schildkröten machen sich in großer Zahl und Artenvielfalt den Strand zu eigen. Eine ganz besondere Attraktion ist das versenkte Wrack eines alten Sklavenschiffes. Die Kanonen und Ketten haben neben den farbenprächtigen Korallen eine ganz besondere Wirkung. Die beste Zeit für Schnorchler ist von Februar bis April.


Nationalpark Tortuguero – Ein Königreich für eine Schildkröte

Auf einen sandigen Halbinsel , die du mit einem kleinen Boot erreichen kannst, befinden sich urige Hütten und Lodges für einen spannenden Aufenthalt im Nationalpark. Besonders Sportfischern hat es dieses kleine Eiland angetan. Nicht weit von Cerro Tortuguero befindet sich ein 110 Meter hoher Hügel, der einen fabelhaften Ausblick über die gesamte Gegend bereithält.

16 km nordöstlich von Zancudo direkt an der gleichnamigen Gemeinde Tortuguero befindet sich der 19.000 Hektar große Nationalpark Tortuguero. Wenn zwischen Februar und Oktober die Schildkröten zur Eiablage an den Strand kommen, ist auch für Reisende die geeignete Zeit für einen Besuch gekommen. 

Tortuguero zählt mit 5000 Milimetern Regen pro Jahr zu den niederschlagsreichsten Gebieten in Costa Rica. Trotzdem erfüllt sich der Park großer allgemeiner Beliebtheit. Dies liegt neben zahlreichen Tierarten wie Leguanen, Affen und Faultieren vor allem an den Schildkröten. Diese nutzen alljährlich die Strände Tortugueros für ihre Eiablage. In den letzten Jahren stärkt sich unter den Ticos immer mehr das Bewusstsein für den Schutz dieses einzigartigen Schauspiels. Die illegale Jagd nach Eiern und Schildkröten wid mehr und mehr sanktioniert. Naturfreunde sollten sich auf gar keinen Fall eine der abendlich geführten Strandtouren entgehen. Doch Achtung! Um die Ruhe der Tiere nicht zu stören, wird die Teilnehmerzahl stark begrenzt.